Mediation

Infos zu unseren MediatorInnen finden Sie hier.
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Allgemeine Informationen
Viele Pädagogen kennen das aus ihrem Alltag: Da beschimpfen sich zwei Schüler gegenseitig, da wird ein Schüler derart gemobbt und bei Mitschülern und Lehrern schlecht gemacht, dass er sich kaum noch in die Klasse traut und sich erst recht nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren kann, da werden einzelne Schüler verprügelt, angepöbelt, geschlagen …
Das lässt sich professionell ändern: Mediation, eine moderne und faire Methode der Konfliktlösung, kann in vielen Fällen Schülern und Lehrern helfen, ihre Konflikte durchzuarbeiten und zu lösen. Schüler jeden Alters sind dazu zu motivieren und in der Lage, friedliche Konfliktlösungen zu erlernen; insbesondere weil sie in einer Mediation unmittelbar erfahren, wie erleichternd es ist, einen Streit zu überwinden und am Gegenüber auch gute Seiten zu entdecken. Kindern und Jugendlichen tut es gut, ihre Konflikte in geschützter Atmosphäre mit Hilfe eines unparteiischen Mediators zu besprechen und zu lösen.

Mediation kann durch speziell zu Mediatoren ausgebildete Schüler, durch externe Mediatoren oder durch ausgebildete Lehrer durchgeführt werden.  Schulmediation versteht sich als Maßnahme zur Konfliktregulierung, aber vermittelt auch zur Gewaltprävention.

Ausgangspunkt für den Einsatz von sogenannten Gewaltpräventions- und Interventionsprogrammen sind die Einstellungen von Schülern zum Thema Gewalt. An diesem Punkt müssen die Schüler von den Mediatoren innerlich erreicht und abgeholt werden. Der Gewalt müssen alternative Lösungen zur Streitschlichtung und -bewältigung entgegengesetzt werden. Da ältere Kinder und Jugendliche ohnehin häufig das Gefühl haben, keinen Einfluss auf Regeln, Normen und gesellschaftliche und politische Prozesse zu haben, erfahren sie durch Einbeziehung in die Schulmediation Anerkennung und Kompetenz.

 

Streitschlichtungsverfahren ruhen auf drei Säulen:

1. Mediation

Mediation bedeutet wörtlich übersetzt Vermittlung. Dieses Konzept wurde in den 1960er Jahren in den USA entwickelt und dort zunächst hauptsächlich im juristischen Bereich bei Trennungen und Scheidungen, später auch in verschiedenen anderen Bereichen angewendet. Sie dient der gütlichen Einigung zwischen den Parteien durch unparteiische, neutrale Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Nicht die Schuldfrage steht im Vordergrund, sondern, wie die Parteien in Zukunft miteinander umgehen wollen, sind also lösungs- und zukunftsorientiert. Dabei entscheidet nicht der Mediator, sondern die Parteien entscheiden, worüber sie verhandeln und wie sie ihren Konflikt lösen wollen.

2. Harvard-Konzept

Das Harvard-Konzept geht auf den amerikanischen Rechtswissenschaftler R. Fisher zurück. Es geht davon aus, dass Konflikte (wohlgemerkt nicht Gewalt) im Zusammenleben normal, gleichzeitig aber auch ein Signal dafür sind, dass etwas nicht stimmt und Veränderung nötig ist. Verstehen heißt nicht unbedingt einverstanden sein. Für das pädagogische Vorgehen sind folgende Prinzipien bedeutsam: Sachbezogen und zielorientiert diskutieren (Trennung von Sach- und Personenebene), Konzentration auf Bedürfnis- und Interessenausgleich (Unterscheidung von Position und Bedürfnis). Ziel ist es einen Konsens zu finden (sogenannte Win-win-Situation) anstelle eines Kompromisses.

3. Peer Group Education

In der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen wird Gleichaltrigen eine bedeutsame Rolle in der Definition und Aufrechterhaltung der eigenen individuellen Identität zugeschrieben. Es geht darum, Kinder und Jugendliche nicht nur als Problemverursacher zu sehen, sondern ihre Problemlösungskompetenzen einzubeziehen. In jeder Peer Group gibt es Personen, die besondere Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit bei den anderen Jugendlichen genießen. Gerade diese häufig lautstarken Typen besitzen oftmals eine hohe Interventionsberechtigung in ihren Cliquen (sogenannter Akzeptanz-Bonus). Hier setzt die Peer Group Education an. Die Arbeit und Kooperation mit diesen Peers soll es ermöglichen, Jugendliche durch Gleichaltrige (mit gleichem sozialen und kulturellen Hintergrund) zu informieren und ihnen leichter Einsichten zu vermitteln. Dies ist besonders bei Schülern als Streitschlichter der Fall. Im Fall von Schülern als Mediatoren lassen sich diese freiwillig neben dem Schulunterricht für diese Aufgabe ausbilden. Diese Vorbereitung dauert meist ein halbes Jahr und wird von Psychologen oder erfahrenen Mediatoren übernommen.

 

Ablauf eines Streitschlichtungsgesprächs durch Schüler

1. Regeln

Die Streitschlichter erklären die Regeln des Gespräches. Die Streitenden müssen offenbaren, ob sie Freiwillig da sind oder ob sie von einem Lehrer darum gebeten wurden. Das Gespräch wird nur fortgesetzt, wenn alle Streitenden Freiwillig da sind.

2. Sachverhalte klären

Jeder der Streitenden schildert genau seine Sicht der Dinge. Dabei darf ihm kein anderer Streitender reinreden. Schimpfwörter sind auch verboten. danach darf der andere seine Sicht der Dinge schildern. Dieser teil kann mitunter mehrere Sitzungen beanspruchen.

3. Lösungen finden

Ist der Sachverhalt genau geklärt, wird versucht, einen Kompromiss zu finden.

4. Vertrag

Die endgültig vereinbarte Lösung wird in einem Vertrag festgehalten, den alle Beteiligten unterzeichnen müssen.

5. Kontrollgespräch

Einige Zeit später wird ein weiterer Gesprächstermin ausgemacht, bei dem die Einhaltung des Vertrages überprüft wird. Wurde er nicht eingehalten, geht man zurück zu 3.

 

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